Medieninformation

MdB Josef Rief bei der MÜLLER GRUPPE in Ulm

  • v.l.n.r.: Stefan Müller, MdB Josef Rief, Stephan Lange, Rolf Michelberger

Ulm, 16.Oktober 2020 – Die Geschäftsleitung der Müller Gruppe hatte Politikerinnen und Politiker der jeweiligen Standortregionen zu Gesprächen in Bezug auf das geplante Arbeitsschutzkontrollgesetz eingeladen. Damit unterstreicht das Unternehmen seine Dialogbereitschaft. In dieser Woche war das Mitglied des Bundestages Josef Rief aus dem Wahlkreis Biberach der Einladung gefolgt. Stefan Müller, Geschäftsführer Müller Fleisch; Stephan Lange Geschäftsführer Süddeutsches Schweinefleischzentrum und Rolf Michelberger, Geschäftsführer Ulmer Fleisch, besprachen mit dem CDU Politiker aktuelle brisante Themen der süddeutschen Fleischwirtschaft.

Die Inhalte der Gesprächsrunde reichten von den aktuellen Corona Schutzmaßnahmen der Müller Betriebe über die Auswirkungen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) für die süddeutsche Landwirtschaft bis hin zu dem geplanten Umbau des Werkvertragswesens.
Josef Rief, der neben seiner langjährigen politischen Erfahrung auch über viel Fachwissen als Landwirtschaftsmeister und Schweinehalter verfügt, erhielt somit einen ausführlichen Einblick in die Erfahrungen der vergangenen Wochen und Monate.

In Ulm wird derzeit unter Volllast produziert. Die Schweineschlachtung läuft gerade zur Entlastung des ASP bedingten Angebotsdrucks sechs Tage die Woche im Zweischichtbetrieb. Unter den aktuell gegebenen Rahmenbedingungen ist dies eine besondere Herausforderung. Die präventiven Corona-Schutzmaßnahmen zum Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und zur Sicherstellung der Produktion verlangen den Beschäftigten und der Geschäftsleitung viel ab. Wichtig sei aber, dass man gerade jetzt als Partner den süddeutschen Erzeugern zur Seite stehe. Aufgrund der Corona bedingt eingeschränkten Schlachtkapazitäten vor allem im Nordwesten und des Angebotsdruckes brauche die Landwirtschaft dieses Signal.

Die Afrikanische Schweinepest und die damit einhergehende Verunsicherung der Märkte war ein weiterer Diskussionspunkt. Stefan Müller betonte: „Der aktuelle Preisverfall ist dem ASP Schock geschuldet und die Erzeugerpreise sollten sich schnell wieder erholen. Wir stehen fest zur süddeutschen Veredelungswirtschaft. Als Familienunternehmer haben wir traditionell ein gutes, vertrauensvolles und partnerschaftliches Verhältnis zu unseren Lieferanten und Kunden in der Region. Wir waren nie zu stark vom Drittlandexport abhängig. Dennoch beeinflusst der Ausfall der asiatischen Märkte auch unsere Preisgestaltung nachhaltig. Das gilt es schnellstmöglich wieder aufzufangen.“

„Unser Ziel muss nun sein, die Erzeugerpreise zu stabilisieren. Ein weiterer Preisverfall gefährdet die gesamte deutsche Schweineproduktion, speziell in den familiär geprägten landwirtschaftlichen Betrieben in Süddeutschland. Besonders die Sauenhalter, sprich die Ferkelerzeugung, ist hier am stärksten betroffen.“
Die Müller Gruppe unterstützt daher den Appell des Bauernpräsidenten Joachim Rukwied: „Die Krise darf von den Verarbeitern und vom Handel nicht zu Lasten der Bauern ausgenutzt werden.“

Beim Thema „Umbau des Werkvertragswesens“ müsse mit Augenmaß, aber auch konsequent das Beschlossene umgesetzt und kontrolliert werden, so Josef Rief. Die Verantwortlichen der Müller Gruppe hatten bereits zu Beginn der bundesweiten Diskussion zu den geplanten Änderungen im Arbeitsschutz dem Paket im Kern zugestimmt. In den vergangenen Jahren wurden ohnehin bereits Zug um Zug Mitarbeiter von externen Dienstleistern direkt übernommen. Gleichzeitig wurde versucht so viele freie Stellen wie möglich aus der jeweiligen Region zu besetzen. Um den Nachwuchs in vielen Bereichen zu fördern, hat die Müller Gruppe schon vor Jahren eine Ausbildungsinitiative gestartet.

Mit der nun im Bundestag und den politischen Gremien diskutierten Gesetzesvorlage zur Neuregelung des Werkvertragswesens in der Fleischindustrie werde sich auch das Thema Wohnsituation der Beschäftigten anders darstellen, so Stephan Lange. Geregelte Wohnverhältnisse seien im Interesse aller Beteiligten, wenngleich es gerade in der Region Ulm sehr schwierig ist, geeigneten und bezahlbaren Wohnraum zu finden.

Stefan Müller wies nochmals auf die Notwendigkeit hin, zur Überbrückung von saisonalen Schwankungen zumindest einen bestimmten Anteil an Personen in Arbeitnehmerüberlassung weiter beschäftigen zu können.

Rolf Michelberger brachte den kritischen Punkt mit ein, dass eine enge Auslegung des im Arbeitsschutzkontrollgesetz geplanten Kooperationsverbots an einem Standort die gerade in Ulm für zahlreiche Metzger und Markenprogramme des Lebensmitteleinzelhandels durchgeführten Lohnschlachtungen verbieten würde. Dies beeinträchtige die gerade von der Politik immer postulierten regionalen Wertschöpfungskreisläufe und schwächt die Landwirtschaft.

Die Verantwortlichen der Müller Gruppe haben ihre Sorge zum Ausdruck gebracht, dass die  geplanten massiven Einschnitte des Arbeitsschutzkontrollgesetzes neben all den Themen die es aktuell ohnehin gibt, wie zum Beispiel ASP, Corona- Prävention und die Veränderungen in der Nutztierhaltung durch die Vorschläge der „Borchert Kommission“ wie auch der Initiative für noch mehr Tierwohl, für die gesamte Veredelungsbranche eine große Herausforderung sind. „Wir hoffen, dass wir alle diese Punkte schultern werden. Wir stehen weiterhin zu unseren regionalen Lieferanten und Kunden, die wir mit süddeutschem Fleisch versorgen wollen“, so Stefan Müller. „Wir hoffen weiter, dass speziell nach den Weihnachtsfeiertagen und zum Start 2021 nach diesen massiven Veränderungen, aber auch den nicht kalkulierbaren Risiken sowohl durch Corona wie auch durch das weitere ASP Geschehen, ein möglicher Produktionseinbruch die prekäre Lage der Erzeuger nicht zusätzlich verschärft.“


Josef Rief sagte zu, die Punkte aus dem Dialog in die politische Diskussion im Bundestag und in den entsprechenden Gremien einzubringen, speziell die vorgesehenen Termine.

 

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Die Müller Gruppe nimmt ersten dieselfreien 40 Tonner in Betrieb

Nach der ersten Testphase in 2018 nimmt die Müller Gruppe im Mai 2019 ihren ersten LNG IVECO Stralis NP mit 460 PS im Linienverkehr zwischen den Standorten Birkenfeld und Ulm in Betrieb. Angetrieben wird das Fahrzeug mit tiefkaltem, verflüssigtem Erdgas (Liquified Natural Gas), das bei -165°C betankt wird.

Über die Zeit soll sich zeigen, inwiefern die Müller Gruppe die komplette Flotte auf den alternativen Gasantrieb umstellen und das erforderliche Gas sogar selbst herstellen kann.

Somit ist die Müller Gruppe, eine der wenigen Firmen in ganz Deutschland die einen monovalenten Ottomotor besitzt. Die Nähe der Forschungsabteilung der Firma IVECO zu unserer Niederlassung in Ulm, die erheblichen Motorengeräusch- und Schadstoffreduktionen beim Gasantrieb, sowie unsere Nachhaltigkeitsstrategie ermöglichten uns den Umweltschutzgedanken in die Tat umzusetzen.

Es lassen sich bei der Nutzung von Erdgas die CO2 Emissionen im Vergleich zu einem Diesel LKW um 16 % senken. Außerdem soll das Fahrzeug bis zu 70% weniger Stickoxide als in der Euro-VI-Abgasnorm vorgeschrieben und 99 % weniger Feinstaub verursachen. Das besonders niedrige Geräuschniveau, des alternativen Antriebs mit Gas, unterschreitet die gesetzlichen Vorgaben um 9 dB und ermöglicht auch eine innerstädtische nächtliche Belieferung.

Genug Gründe für uns, einen umfassenden Praxistest zu starten und die gesundheits- und umweltschädlichen Abgase für unsere Mitmenschen zu minimieren.