Müller Gruppe will CO2-neutrale Schweinefleischproduktion bis 2030

Birkenfeld / Ulm - Die Müller Gruppe will gemeinsam mit allen Partnern der Wertschöpfungskette und der Politik eine nachhaltige Schweinefleischproduktion in Süddeutschland bis 2030 umsetzen. Diese Initiative für Bayern und Baden-Württemberg unterstrich die Geschäftsleitung auf der Fachtagung „Der Weg zu einer nachhaltigen, wirtschaftlichen Schweinefleischproduktion in Süddeutschland!“ in Ulm, Seligweiler. Im Beisein der bayerischen Staatsministerin Michaela Kaniber und Peter Hauk, Landwirtschaftsminister aus Baden-Württemberg, sowie zahlreichen führenden Vertretern aus Landwirtschaft, Verbänden, Handel und Produktion richtete Gastgeber Stefan Müller den Blick vor allem nach vorn.

„Unsere Vision ist es, dass wir bis 2030 in Baden-Württemberg und Bayern eine flächende­ckende, nachhaltige und CO2 -neutrale Schweinefleischproduktionskette vom Ferkelerzeuger über den Mäster, unseren Schlacht­betrieben bis zur Ladentheke aufbauen werden,“ so Geschäftsführer Stefan Müller vor den mehr als 100 Anwesenden, sowie zahlreichen digital Teilnehmenden.

„Dies soll nicht nur unserem heimischen Schweinefleisch ein positives Image verleihen und den Marktzugang sichern, sondern vor allem auch zukunftsorientierte Impulse für die in den vergangenen Jahren durch Corona, ASP und die aktuell ausgelösten Kostensteigerungen stark gebeutelten Schweinehalter geben“, so Müller weiter.

Staatsministerin Michaela Kaniber sicherte der Branche auf der Fachtagung der Müller Gruppe ihre volle Unterstützung bei dieser zukunftsträchtigen Initiative zu: „Der gemeinsame Austausch innerhalb der Agrar-Branche für die Entwicklung eines Zukunftskonzeptes, das für alle Seiten tragbar ist, ist für mich der richtige Weg. Daher hat dieser Weg meine volle Unterstützung.“

Und Minister Hauk machte in seinem Vortrag mehr als deutlich, dass alle Partner der Lieferkette in Baden-Württemberg von ihm nach Kräften unterstützt werden: „Wir haben in Baden-Württemberg den Strategiedialog Landwirtschaft gestartet, um die kleinstrukturierten, bäuerliche Landwirtschaft im Land zu erhalten, ihr eine Zukunft zugeben und die biologische Vielfalt in der Kulturlandschaft zu stärken. Zudem wollen wir eine angemessene und faire Bezahlung für landwirtschaftliche Erzeugnisse ermöglichen und regionale Produkte fördern. Hierzu müssen wir noch viel stärker das Bewusstsein der Verbraucherinnen und Verbraucher für den Wert heimische landwirtschaftliche Produkte schärfen.“

Die beiden Politiker betonten auf der Fachtagung der Müller Gruppe, dass Bayern und Baden-Württemberg sich seit Jahrzehnten klar zur regionalen Erzeugung bekennen, die Transformation der Nutztierhaltung zu mehr Tierwohl mit maßgeschneiderten Programmen unterstützen und hinter den Landwirten stehen.

Die Müller Gruppe sieht sich aufgrund ihrer Marktstellung in Süddeutschland in der Pflicht Vorreiter auch in Bezug auf nachhaltige Produktions- und Lieferketten zu sein. Die von der Müller Gruppe mitinitiierte Nachhaltigkeitsstrategie basiert daher auch auf den in den süddeutschen familiengeführten bäuerlichen Schweinehaltungsbetrieben vorhandenen nutzbaren Futteranbauflächen, kombiniert mit einer technologischen Separierung und Aufwertung der hofei­genen Gülle zur besseren Nährstoffverfügbarkeit und Humusbildung.

Der Verzicht auf importiertes Soja aus Übersee als Futtermittel und dessen Ersatz durch regionalen Anbau alternativer eiweißhaltiger Pflanzen und regional verfügbarer alternativen tierischen Eiweißen sind weitere wichtige Bausteine in diesem Kontext. „Wir wollen durch die heimische Eiweißstrategien zu 100 % regionale Futtermittel haben. Wir wollen keine weitere Nische schaffen, sondern eine breite Bewegung über alle Haltungsformen, alle Mehrwertprogramme bis hin zum Bio-Segment“, so Stefan Müller.

Neben kurzen Transportwegen und einer modernen, nach den neuesten Tierschutzaspekten ausgerichteten Anlieferung und Schlach­tung in Ulm, wird auch die Absicherung der tierschutzrelevanten Prozesse über ein Tierschutzmanagementsystem stetig weiterentwickelt.

Ein weiteres Beispiel ist der bereits vor Jahren eingeführte Tiergesundheitsbonus. Er wurde von der Müller Gruppe als visionärer Gedanke entwickelt und von Veterinärämtern, sowie Hoftierärzten, allen voran PD Dr. habil. Andreas Palzer begleitet. „Die Müller Gruppe ist einer der Vorreiter beim Thema Tiergesundheit. Das Prinzip Belohnen und Bewusstsein schaffen funktioniert mit dem Tiergesundheitsbonus seit Jahren sehr gut“ so Palzer, der gleichzeitig auch Präsidiumsmitglied des Bundesverbandes praktizierender Tierärzte ist. Einführung und Umsetzung haben in den vergangenen 8 Jahren viel Energie und Millionen von Euro gekostet. Dadurch ist es gelungen, die Tiergesundheit in den Ställen zu verbessern und somit einen Schritt zur Reduktion des Antibiotika-Einsatzes zu leisten.

Nachhaltiges Schweinefleisch aus Süddeutschland wird schon heute in geschlossenen Wertschöpfungsketten erzeugt und erfüllt die Erwartungen unserer Gesellschaft und der Politik an ein zukunftsfähiges Schweinefleisch. Langfristige Lieferverträge sollen die landwirtschaftlichen Erzeuger auch finanziell absichern und ihnen kalkulierbare wirtschaftliche Zukunftsperspektiven geben.

Ein weiterer Beitrag zur Kreislaufwirtschaft ist, wie bereits in zahlreichen Betrie­ben praktiziert, die in der Schweinehaltung anfallende Gülle über eine Biogasanlage zu Strom, Gas oder Wärme zu veredeln. Somit werden auf der Ackerfläche nicht nur hochwertige Lebensmittel, son­dern auch Energie erzeugt, was über den vorhandenen organischen Düngerkreislauf hinaus die CO2 Bilanz weiter optimiert.           

Zu einem zukunftsorientierten Konzept gehört auch eine nachhaltige und faire Zusammenarbeit in der Wertschöpfungskette. Deshalb ist die Müller Gruppe aktuell in Gesprächen mit ihren Kunden, vor allem dem Lebensmitteleinzelhandel und süddeutschen Verarbeitern, um tragfähige Modelle für dieses komplexe Vorhaben zu entwickeln.    

Stefan Müller: „Wir brauchen für unsere „Vision 2030“, aber nicht nur die Unterstützung der bisher für die Stabilisierung der süddeutschen Schweinehaltung positiv eingestellten Agrarministerien in Stuttgart und München, sondern einen klaren Fahrplan der Bundespolitik.“

Aus diesem Grund bewertet die Müller Gruppe auch das eindeutige Bekenntnis von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir zu den Plänen der Borchert-Kommission beim jüngsten Bauerntag in Baden-Württemberg positiv. Gemeinsam mit Bundesbauministerin Klara Geywitz unterstrich Özdemir auf einem schweinehaltenden Betrieb bei Stuttgart zudem die notwendigen Erleichterungen bei Baugenehmigungen zur Weiterentwicklung der Schweinehaltung.

„Gemeinsam mit unseren Part­nern aus der Lieferkette, den Erzeugergemeinschaften und dem privaten Handel, sowie auch unter wissenschaftlicher Begleitung der Landesanstalten und Hochschulen in Bayern und Baden-Württemberg, wollen wir dieses Gesamtkonzept schnellstmöglich auf den Weg bringen“, so Müller weiter.

Neben diesen wichtigen und zukunftsweisenden Kernaussagen diskutierten die Teilnehmenden am Nachmittag der Fachtagung über weitere wichtige Themen der Branche. Darunter das „Zwei-Nutzungsschwein“ und Wertschöpfungspotentiale von Biogas aus Schweinegülle.

 

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Die Müller Gruppe nimmt ersten dieselfreien 40 Tonner in Betrieb

Nach der ersten Testphase in 2018 nimmt die Müller Gruppe im Mai 2019 ihren ersten LNG IVECO Stralis NP mit 460 PS im Linienverkehr zwischen den Standorten Birkenfeld und Ulm in Betrieb. Angetrieben wird das Fahrzeug mit tiefkaltem, verflüssigtem Erdgas (Liquified Natural Gas), das bei -165°C betankt wird.

Über die Zeit soll sich zeigen, inwiefern die Müller Gruppe die komplette Flotte auf den alternativen Gasantrieb umstellen und das erforderliche Gas sogar selbst herstellen kann.

Somit ist die Müller Gruppe, eine der wenigen Firmen in ganz Deutschland die einen monovalenten Ottomotor besitzt. Die Nähe der Forschungsabteilung der Firma IVECO zu unserer Niederlassung in Ulm, die erheblichen Motorengeräusch- und Schadstoffreduktionen beim Gasantrieb, sowie unsere Nachhaltigkeitsstrategie ermöglichten uns den Umweltschutzgedanken in die Tat umzusetzen.

Es lassen sich bei der Nutzung von Erdgas die CO2 Emissionen im Vergleich zu einem Diesel LKW um 16 % senken. Außerdem soll das Fahrzeug bis zu 70% weniger Stickoxide als in der Euro-VI-Abgasnorm vorgeschrieben und 99 % weniger Feinstaub verursachen. Das besonders niedrige Geräuschniveau, des alternativen Antriebs mit Gas, unterschreitet die gesetzlichen Vorgaben um 9 dB und ermöglicht auch eine innerstädtische nächtliche Belieferung.

Genug Gründe für uns, einen umfassenden Praxistest zu starten und die gesundheits- und umweltschädlichen Abgase für unsere Mitmenschen zu minimieren.